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Seit öffentliche Stellen in Österreich von Gesetzes wegen ausgeschrieben werden müssen ist es Usus, dass schon vor der Ausschreibung feststeht, wer den Posten bekommen wird. Seilschaften und Mitgliedschaften in Parteien sind immer noch wichtiger als Qualifikation. Diese Praxis ist Marina Janualjtite, die seit 20 Jahren in Österreich lebt, noch bestens vertaut aus ihrer Jugendzeit in der Sowjetunion. Deshalb hat sie sich auch sehr schnell in Österreich eingelebt.


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Seit 15 Jahren bewirbt sich die Absolventin der Moskauer Elitehochschule Surikov-Institut an Wiener Kunsthochschulen respektive -universitäten. Nicht weil sie der Einbildung verfallen ist, sie könne sich gegen diese geheimnisvollen Machenschaften durchsetzen, sondern einzig und allein deshalb, weil sie mit ihrem Wissen, Können und ihrer Erfahrung150-prozentig für Ausschreibungen wie die folgende qualifiziert ist.

„An der Akademie der bildenden Künste Wien gelangt folgende Stelle zur Ausschreibung: Universitätsprofessur gemäß § 99 UG in der Studienrichtung Bildende Kunst mit dem Schwerpunkt gegenständliche Malerei ab 01.10.2014 bis 30.9.2016. Voraussetzungen für die Bewerbung:

  • hervorragende künstlerische Qualifikation im Bereich der gegenständlichen Malerei unter besonderer Berücksichtigung eines Werkbegriffes, der die Malerei formal wie methodisch reflektiert.

  • eine der Verwendung entsprechende abgeschlossene inländische oder gleichwertige ausländische Universitäts- bzw. Hochschulausbildung (oder gleichzuhaltende künstlerische Eignung)

  • der Nachweis internationaler Ausstellungstätigkeit

  • der Nachweis der pädagogischen und didaktischen Eignung sowie ein aussagekräftiges Statement über die Vorstellung der eigenen künstlerischen Lehre ...“

Dazu übermittelt Marina Janulajtite folgendes Statement über die Vorstellung der eigenen künstlerischen Lehre:

Gegenständliche Malerei ist die Kunst, sichtbare und visuell begreifliche Elemente so darzustellen, dass sie in der Wahrnehmung des Betrachters einen stärkeren Eindruck hinterlassen, als in der Natur selbst oder rein fotografische Abbilder.

Fünf Jahrunderte nach Giorgio Vasari ist sein Diktum über Leonardo da Vinci auch für die zeitgenössische Malerei noch gültig: “Wir sehen in ungeheuerlicher Weise in einem einzigen Körper Schönheit, Liebenswürdigkeit und Tugend sich so vereinigt, dass, wohin auch jener sich wendet, jede seiner Handlungen so göttlich ist, dass alle Menschen hinter ihm zurückbleiben und es sich deutlich offenbart: Was er leistet, ist von Gott gespendet, nicht durch menschliches Können erzwungen.”

Insbesondere in der gegenständlichen Malerei geht es darum, durch die äußere Erscheinung innere Bedeutung und Ästethik zu zeigen. Die künstlerische Lösung muss visuell erkennbare Elemente überhöhen und zu wahren Kunstwerken gestalten.

Dafür braucht man bestimmte grundlegende Kenntnisse:

Komposition

- Grundlagen der Kompositionslehre. Regeln und Ausnahmen

- Transformation von Fantasie in professionell aufgebaute Malkomposition

- Dazugehörige Übungen

Kunst des Zeichnens

- Aufbau von Formen natürlicher Gegenstände (z.B. Akte, Porträts, Stilleben, Architektur)

- Spezielles Programm naturgetreuer Darstellungen

- Methoden und Übungen als unverzichtbare Basis für die Malerei

Malerei

- Farblehre und Farbharmonie

- Maltechniken. Von Altmeistertechniken bis zur modernen und experimentellen Malerei

- Theorie und Praxis eindrucksstarker und künstlerisch wertvoller Darstellungen

- Methoden und Übungen zur Entwicklung des Farbsinns und raffinierter Farbkompositionen

Kunsttheorie und Philosophie

- Gegenständliche Malerei ist keineswegs Kunst der Nachahmung

- In jedem naturgetreu aufgebauten Gegenstand steckt die innere Bedeutung der Formen

- Transformation und philosophische Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte

- Laufender Gedankenaustausch mit den Studierenden

Alle Aspekte für meinen höchst effizienten Unterricht gegenständlicher Malerei basieren auf technisch soliden Traditionen russischer Kunsthochschulen (Surikow-Institut). In 25 Jahren Praxis konnte ich damit gute Erfahrungen sammeln.

Am 30. September 2014 antwortete schließlich die Rechts- und Personalabteilung von akbild.ac.at:

Sehr geehrte_r TITELVOR% Marina Thurnhofer Janulajtite 
aufgrund der eingelangten Bewerbungen ist uns die Entscheidung
nicht leicht gefallen. Leider müssen wir Ihnen jedoch mitteilen,
dass wir uns für eine_n andere_n Bewerber_in entschieden haben. Wir bedanken uns für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse,
sich an unserem Hause zu engagieren und hoffen,
dass Sie der Akademie der bildenden Künste Wien
weiterhin verbunden bleiben. Wir verbleiben mit den besten Wünschen für Ihre weitere Zukunft! Mit freundlichen Grüßen
Mag. Evelyn Barovsky

ANMERKUNG H.T.: Dass die Entscheidung "nicht leicht gefallen" ist, verwundert nicht weiter angesichts der Tatsache, dass komptente BewerberInnen nicht einmal zu einem Hearing geladen wurden.

 

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Bild v.l.n.r.: Hilde Kuchler (Kunstmediator 2013), Marina J. und Barbara Prammer bei der Übergabe eines Glasbildes im Stadtsaal Mürzzuschlag im Januar 2011.

Kontakt:  Hubert Thurnhofer- der Kunstraum

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Werke der Künstlerin zeigt sie in ihrer virtuellen Galerie.

 

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