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Alle Bilder der Ausstellung

Siehe auch Ausstellungsvideo von Amora Helenna Jouja

 

250 Mein Bezirk

Artikel auf meinbezirk.com

Virtuelle Ausstellung: Michael Bottig

Alles flließt: Aqualia + Caviart + Stathi

Dualismus der Kreativität: Amora + Fartushna + Karlic

Wissenschafter als Künstler: Dr. Knolmayer + Dr. Dorsch + Dr. Fuchs

   

 

Paradigmenwechsel / Kunst als politisches Statement

Laut Joseph Beuys ist "die Kunst die einzige revolutionäre Kraft. Nur aus der Kreativität des Menschen heraus können sich die Verhältnisse ändern." Und Oskar Kokoschka hat gesagt: "Wer sieht, sieht ein." (Quelle: Otto Hans Ressler, Dort endet unsere Kunst, Wien 2021)

Amora Jouja Helenna

Information und Inspiration sind gleichermaßen notwendig für Kreativität – ob in der Wissenschaft oder in der Kunst. Das gute alte Buch ist immer noch das wichtigste Medium zur Vermittlung von Informationen. Das Volumen der Informationen, gemessen in Bits and Bytes, verdoppelt sich angeblich jedes Jahr. Doch diese Zahlen geben keine Auskunft über die Qualität von Informationen, die in der Cloud gespeichert und über Smartphone immer und überall abrufbar sind. Qualität findet man zuverlässig in Büchern. Bücher verwendet man anders als Smartphones. Man muss sich Zeit nehmen um eine Bibliothek oder Buchhandlung aufzusuchen. Es braucht auch Zeit, sich in ein Buch zu vertiefen. Die Tiefe und Qualität der Information gehen durch die Schnelllebigkeit im Internetzeitalter verloren. Was wird infolge dessen aus der Inspiration? Inspiration kann nur aus der Tiefe kommen. Nicht nur Kreation, auch Interpretation braucht tiefe Kenntnisse, Übung und Erfahrung. Sonst besteht die Gefahr, dass in 100 Jahren Theater-, Konzert- und Opernhäuser zu Karaoke-Bühnen umfunktioniert werden.

Bild zur Ausstellung: Information & Inspiration, Diptychon, Acryl auf Leinwand, 100 x 160 cm

Aqualia Lia Kaderoglou

In großen Flüssen, insbesondere im Einzugsbereich ihrer Einmündung in das Meer, ist die Strömung kaum noch sichtbar und spürbar. Die Quellen der Flüsse sind oft im Gebirge, über steile Felsen fließt das Wasser in Täler und zieht tausende Kilometer bis zu den Ozeanen. Von dort kehrt es als Regen zurück an die Quelle. Wasser ist immer in Bewegung. Was die Chemiker rein wissenschaftlich mit der Formel H2O beschreiben, ist ein Stoff voller Leben. Das mag für manche nur eine Metapher sein, Energetiker dagegen glauben an das lebendige Wasser. Die Wissenschaft muss zumindest eingestehen, dass sie noch lange nicht alle Rätsel des Wassers beantworten kann.

Bild zur Ausstellung: The Big Flow, Öl auf Papier, 35 x 50 cm

Bottig Michael

Information ist die Menge an Wissenselementen, die fehlt, um eine Meinung bilden zu können oder eine Erkenntnis gewinnen zu können. Wissen muss in Form gebracht und entsprechend weiter gegeben, also gesendet werden. Und Wissen sollte offen, objektiv also unvoreingenommen aufgenommen werden, um als Information zu taugen. Dann ordnen sich die Informationselemente zu einer Einstellung, zu einer Anschauung.

Wir wissen viel und schaffen mehr. Wir wissen Erkundetes, Ermessenes, Erforschtes oder Errechnetes und schaffen doch Neues. Unser Wissen ist Voraussetzung für das Schaffen, für das Kreieren, das Gestalten.

Karten sind Ergebnis wissenschaftlicher Erkundung.

Karten haben etwas Faszinierendes an sich. Auf der einen Seite geben sie Zukünftiges in Form von noch nicht Erlebtem bzw. Dagewesenem wieder. Mit dem Blick auf eine Karte wird die Vorstellung entwickelt, wie es dort sein kann, wird verglichen und werden Übereinstimmungen festgestellt. Auf der anderen Seite geben sie dem Erlebten die Chance, die traumartig geschaffene Vorstellung des Gesehenen zu verifizieren. Das Umsetzen von Zeichen in Bilder mit realem Hintergrund sind diese faszinierenden Elemente von Karten. Sie zeigen in ihrer Irrealität der Zeichenebene die Realität des Ikonografischen.

Eine oder diese Karte von China sehen heißt, seine Vorstellung hervor zu kramen. Das Gesehene in diesem Bild fordert auf, sein Wissen damit zu verknüpfen, zu interpretieren, das Bild neu zu sehen, für sich ein neues Bild zu schaffen.

Bild zur Ausstellung: Der Hedonismus des sado-masochistischen Solipsismus, Öl auf Wandkarte, 229 x 258 cm (Aus der Serie: „Die Ordnung der Dinge“: Die kulturelle Ordnung der Dinge und ihre Konsequenz)

Caviart Stella Chaviaropoulou

Weniger Zucker verlangt der Zeitgeist, der gesunde Ernährung in den Mittelpunkt stellt. Im Gegensatz dazu gibt es aber kaum noch Lebensmittel ohne Zuckerzusatz. Die Zuckerindustrie beauftragt wissenschaftliche Studien, um zu beweisen, dass ihr Produkt gar nicht schädlich ist. So findet sich auf der Webseite schmecktrichtig.de die Information, dass Übergewicht viele Ursachen haben kann und das Fazit einer Studie, „dass nicht Zucker eine Zunahme des Körpergewichts begünstigt, sondern eine zu hohe Kalorienaufnahme“. Das Leben darf auch manchmal süß sein, aber es muss nicht immer süß sein. In Deutschland haben 7 Millionen Menschen Diabetes, die Dunkelziffer wird auf 2 Millionen geschätzt. Rund 10 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Ob Zucker die Ursache dafür ist, darüber streiten die Wissenschafter. Doch außer Zweifel steht: Zucker leistet einen süßen Beitrag dazu.

Bild zur Ausstellung: Glucose im Blut, Öl, Zucker auf Leinwand, 50 x 50 cm

Dinhof Lucas

Man kann verschiedene Phänomene im Universum nur sehr schwer erklären, so ist es auch mit der Einteilung der Resintechnik in die Malerei. Würde man ein abstraktes Kunstwerk mit Resin lediglich veredeln, um mehr Erscheinungskraft zu erreichen, wäre es noch eine Art "contemporary abstract art". Würde man aber lediglich mit Resin arbeiten, so wäre es der moderne Nachfolger der klassischen Schütt- und Rinnbilder, die in Österreich zu Zeiten des Wiener Aktionismus eine relativ große Verbreitung hatten. Da aber des Öfteren auch mit Heißluftpistole und Flamme gearbeitet wird, fühlt man sich als moderner Flammbierer ebenso wie ein Chemistry Artist, wobei auch das Acryl diesen Anforderungen schon genügen würde, weil die Herstellung synthethisch erfolgt. Ein weiterer guter Annäherungsversuch ist transformative Kunst. Was bleibt ist das 8-schichtige ausdrucksstarke Acryl- und Lackkunstwerk veredelt mit Resin: "A new universe is born". Ein Kunstwerk, das sich mit den Phänomenen des Galaxiennebels, bei denen neue Sterne entstehen, befasst. Das Urteil des Universums wäre sozusagen der Urknall.

Bild zur Ausstellung: A new universe is born, 2020, Acryl, Airbrush, Lack, Resin, Pigmente auf Holzmalgrund, 173,5x 127 cm

Dorsch Walter

Unser Wissen ist unendlich, unser Unwissen auch. Ungewissheit treibt viele in die Arme von Lügnern, so ist jeder in seinen Falschmeldungen gefangen. Werden die größten Verführer endgültig siegen? Nicht, solange auch nur eine in den Lagern der Welt die Freiheit von Kunst und Wissenschaft denkt!

 

Bilder zur Ausstellung: D4 Digital Natives - Lost in Information

und: I m L a g e r (unten)

250 Dorsch Walter Digital Natives
250 Dorsch Walter Im Lager  

Schon seit vielen Jahren formuliert der Arzt und Künstler Walter Dorsch politische Statements. 2018 berichtet die Nachrichtenagentur pressetext.com über sein Manifest "Kunst ist Konfrontation und nicht Dekoration".

Ehrenreich Silvia

Bei Umwelt- und humanitären Themen stoßen Politik und Wissenschaft immer wieder an ihre Grenzen. Der Stein des Weisen liegt jedoch in einem unerschöpflichen Universum von Möglichkeiten. Eine Sensibilisierung, Offenheit und das Vorstoßen nach der Suche des „Geistes des Wesentlichen“ ist in Zeiten wie diesen unumgänglich. Achtsamkeit, Respekt - Humanität müssen künftig unbedingt gelebt werden, um das unnatürlich ausgelegte Gedankengut umzuformen und einen natürlichen Kreislauf gewähren zu können.

Zur Zeit lautet das Lebensmotto vieler: „Augen zu und durch“ und „ohne Rücksicht auf Verluste“ - und man stellt fest „Nachher is ma immer g´scheiter“.

Ob wissenschaftlich belegt oder nicht - egal - extreme Situationen bringen immer wieder Neues ans Licht und verändern die Lebenssituationen und somit die Zukunft. Geburt - Tod - Geburt war und ist jeher der Kreislauf des Lebens.

In meinem Werk „Metamorphose“ habe ich diverse Metaphern zum Thema Veränderungen des Lebens in Verbindung mit der Umwelt und beeinflusst von Corona bearbeitet.

Bild zur Ausstellung: Metamorphose, Radierung / Tusche auf Papier, 29,5 x 41,5 cm

Fartushna Antonia

Vor rund 100.000 Jahren wurden die ersten Wölfe domestiziert. Zunächst begannen sich die Wölfe in Ernährung, Körpergröße und Fellfarbe anzupassen. Doch bald nahmen die Menschen Einfluss auf die Selektion. Man kann die Hundezucht als ältestes Experiment des Menschen an der Natur bezeichnen. Die Natur hat mit dem Wolf eine These aufgestellt und jede Hunderasse kann als Antithese dazu betrachtet werden. Aber auch viele Hunderassen – Schäferhund und Dackel, Pudel und Bernhardiner – verhalten sich zueinander wie These und Antithese. Zuchttiere – insbesondere Kühe, Schweine und Hühner – sind heute nur noch Antithesen der Natur, anders gesagt Kunstprodukte der Gentechnik. Wie lange wird es noch dauern, bis Menschen aus der Retorte kommen? Die heute übliche These von Wissenschaft und Ethik verbietet Designerbabys. Doch wie lange kann diese These noch verteidigt werden, wann wird die Antithese stärker und die bestehenden Maßstäbe verdrängen?

Bild zur Ausstellung: These & Antithese, Diptychon, 100 x 160 cm

Freitag Gazmend

Paul Parin, der Begründer der Ethnopsychiatrie, hat seinen Studenten empfohlen, die klassischen Romane eines Landes zu lesen, wenn sie dieses Land und seine Menschen besser verstehen wollen. Literatur ist in diesem Sinne weit mehr als schöngeistige Unterhaltung. Literatur trägt zur Bildung bei. Bildung ist weit mehr als Ausbildung, die in der Regel nur Wissen vermittelt. Wissen ist weniger als Verstehen, denn Verstehen impliziert auch das emotionale Verständnis. Verständnis wiederum ist nicht gleichbedeutend mit Einverständnis.

In diesem Sinne sollte man die Werke des amerikanischen Schriftstellers Philip Roth (1933-2018) lesen. Sie sind stark autobiografisch, seine Geschichten sind Teil der amerikanischen Geschichte und sollten deshalb auch von Historikern gelesen werden. Eines seiner letzten Werke, „Nemeses“, spielt 1944 in der Zeit einer (fiktiven) Polio-Epidemie. Eine Lektüre, die (so wie „Die Pest“ von Albert Camus) zu einem besseren Verständnis der aktuellen Corona-Pandemie beiträgt als viele wissenschaftliche Erklärungen auf Basis zweifelhafter Theorien.

Bild zur Ausstellung: Literatur schafft Wissen, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

Fuchs Reinhard

Das Bild „Anthropozän" gliedert sich in vier Epochen der Menschheit: Stein-, Bronze-, Eisen- und Neuzeit. (Der Ausdruck Anthropozän ist ein Vorschlag von Geologen zur Benennung einer neuen geochronologischen Epoche, nämlich des Zeitalters des Menschen mit seinem biologischen, geologischen und atmosphärischen Einfluss auf die gesamte Erde.)

Steinzeit: Seit der frühesten Epoche seiner Geschichte stellt der „Homo sapiens" erste Werkzeuge her und ist kulturell tätig (Höhlenmalereien, Venus von Willendorf).

Bronzezeit: Das erste leistungsfähige Rad ermöglicht das Transportieren schwerer Gegenstände. So können witterungssichere Hüttenbauten entstehen und die Höhlen verlassen werden. Die Himmelsscheibe von Nebra dokumentiert bereits das Wissen über astronomische Phänomene dieser Epoche.

Eisenzeit: Diese ist auf der ganzen Welt durch die Entstehung von Hochkulturen geprägt; als Beispiel sei das römische Reich mit seinen Errungenschaften genannt.

Neuzeit und Jetztzeit: Der rasche Wissensfortschritt führt zur industriellen Revolution und zur heutigen digitalen Umwelt. Offensichtlich zählen nur mehr die künstliche Intelligenz, der Erfolg und der Kommerz.

Resümee: Die Entwicklung vom Jäger und Sammler zum modernen Menschen haben wir nicht verkraftet. Die Basis unseres Daseins wird durch politisches Handeln, Extremismus und Dummheit zerstört. Unsere Hinterlassenschaften in und auf dieser Welt werden in zehntausenden Jahren noch zu spüren sein.

Bild zur Ausstellung: Anthropozän - Zeitalter des Menschen, Lehm, Sand, Acryl, Collage (Eisen, Elektroschrott etc.) auf Leinwand, 124 x 60 cm

Hofinger Klara

Ist das Schaffen ohne Zwang und ohne exakt definierten Zweck eine Form des Schaffens, die man neben den Künsten auch der Wissenschaft zuschreiben kann? Inwieweit ist Kreativität sowohl im künstlerischen als auch im wissenschaftlichen Schaffen erforderlich?

Klar, Kunst braucht Kreativität als ihren Nährboden. Aber: Muss Kreativität immer gleichbedeutend sein mit Farben, Formen und Mustern der bildenden Kunst? Kann Kreativität nicht auch bedeuten, sich der Sprache zu bedienen, um in einem Vorgang des Gebärens einer Idee aus Platons Welt etwas in Sprache zum Ausdruck zu bringen ohne dabei dichterisch ans Werk zu gehen? Wissenschaft braucht Realitätskontakt auf der einen, aber auch einen kreativen Zugriff auf die welterschließende Sprache auf der anderen Seite. Um aus der Ideenwelt des Vergangenen neuen Stoff zu weben, der der Gegenwart gerecht wird, braucht es kreative Konstruktionen, die ihrerseits einer wissenschaftlichen Denkweise zu ihrem In-der-Welt-sein verhelfen.

Bild zur Ausstellung: Wir gebären uns selbst, Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 80 cm

Hostnig Romana

Echokammer ist einer jener Begriffe, mit denen die Wahrnehmung so genannter Verschwörungstheoretiker diskreditiert wird. Der Begriff unterstellt, dass sich manche Menschen auf wenigen Internetportalen nur jene Infos suchen, die ihre vorgefassten Meinungen bestätigen. Die Leitmedien dagegen nehmen für sich in Anspruch, den „großen Horizont“ abzubilden. Doch was passiert, wenn sich über den gesamten Erdball eine Information wie ein Lauffeuer verbreitet? Was passiert, wenn ein Thema ein Jahr lang die ganze Welt beherrscht? Wird dann das globale Dorf zur Echokammer?

Ein Jahr Corona hat gezeigt wie stark die gegenseitige Abhängigkeit von Politik und Medien ist. Die Zeitungen leben heute vorwiegend von der Polit-Propaganda. Ganzseitige Regierungsinserate in jeder Ausgabe – wie soll so eine Zeitung unabhängig bleiben? Die Leitmedien (gemäß ihrer Selbstdefinition: Qualitätsmedien) sind immer noch Meinungsmacher, doch nun zählt nicht mehr die Meinung unabhängiger Journalisten, sondern nur noch die Meinung der Herrschenden. Die Leser, die als Masse die conditio sine qua non der Massen-Medien sind, regen sich darüber nicht auf. Sie konsumieren, was ihnen die Medien servieren. Die schwer verletzte Friedenstaube entzieht sich ihrer Aufmerksamkeit. Ebenso wie der Pleitegeier, der bereits geduldig wartet. Doch die Massenmedien werden auch diese Wirtschaftskrise überleben. Wenn die Regierungspropaganda abflaut, dann mit Anzeigen von Todesfällen und Konkursen.

Bild zur Ausstellung: The News, Öl auf Leinwand, 120 x 110 cm

Karlic Heidrun

Ich war beruflich gute 40 Jahre in der so genannten Wissenschaft verankert. Den Gedanken, dass da "Wissen" geschafft wird, kann ich nur sehr bedingt nachvollziehen. Als Forscher(in) sammelt man zumindest in der Naturwissenschaft mit mehr oder weniger kreativen Ansätzen einfach immer nur ERKENNTNISSE, von denen man sich erhofft, dass sie ein klareres Verständnis von chaotischen Systemen erleichtern. Mir gefällt aber auch der Spruch des philosophischen Dampfplauderers Konrad Liessmann: „Das abstrakte Bild fungiert wie das Wasser des Narziss - es spiegelt immer seinen Betrachter in vollkommener Stille, es selbst schweigt, sagt nichts.“

Bild zur Ausstellung: ChaosErkenntnis, Acryl auf Leinwand, 40 x 40 cm

Kleedorfer-Egger Ella

Heute zählt nur mehr die Macht & Diktatur, warum? Das Volk lässt sich nur leiten & bevormunden, jeder Einzelne ist zu bequem, sich eine eigene Meinung zu bilden. Heute bekommen wir das serviert, was uns die Politik vorgibt, ob gut oder böse. Früher wurden Posten nach Qualifikation besetzt. Das geschieht heute nicht mehr, weil die Freunderlwirtschaft mehr zählt als eine Ausbildung, die ja tatsächlich bei allen Stellen erforderlich wäre.

Wir, das Volk, haben gewählt & jetzt jammern ist zu spät!

Die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht werden alle schneller munter als man glaubt. Es ging schon so vieles verloren:

- es zählt keine Meinung des Volkes

- Schäden aufgrund der Lockdowns

- Kunst, die in der Pandemie auch politisch unterdrückt wird

- Pressefreiheit ist kaputt

- gestörte Kinder mit kaputter Seele

- psychische Störungen

- Armut in jeder Hinsicht

- Arbeitslosigkeit schreit zum Himmel

Dass zum künstlerischen Schaffen auch Wissen dazugehört, ist in der heutigen Zeit auch schon bei vielen in Vergessenheit geraten. Man muss nicht alles perfekt machen, es muss auch gestattet werden zu experimentieren und sich Fehler zu erlauben. Dass Künstler all diese Dinge manchmal nicht wissen & schaffen ist eine andere Sache. Jeder soll die entsprechenden Erfahrungen selbst machen. Wissenschaft und Kunst sind eingeschlafen, Verbote werden geschürt & alles wird langsam in den Boden gestampft. So stirbt der Idealismus. Das ist leider nicht mehr aufzuhalten.

Was müsste heute noch passieren, um eine bessere Zukunft zu schaffen? Welcher Zeit gehen wir heute entgegen? Keiner guten. Ich möchte nicht schwarz malen, wir sind schon im Krieg auf eine biologischen Art & Weise.

Bild zur Ausstellung: Dualität der Erkenntnis: Wissen und Glauben, Acryl auf Leinwand, 70 x 80 cm

Knolmayer Gerhard

Kunstwerke werden fast immer von einem Künstler allein geschaffen, arbeitsteiliges Vorgehen ist eine seltene Ausnahme. Auch in der Wissenschaft waren es über Jahrhunderte hinweg Einzelpersonen, denen entscheidende Fortschritte gelangen. Viele wissenschaftliche Publikationen hatten einen einzigen Autor.

„Industrie 4.0“ ist ein Konzept, bei dessen Realisierung alle Elemente eines Produkterstellungssystems (Menschen, Maschinen, Werkstücke) automatisch miteinander kommunizieren können. Wegen der mit dem Label „4.0“ ver­bundenen Aufmerksamkeitswirkung wurde es in der Folge mit zahlreichen anderen Begriffen dann in Verbindung gebracht, wenn „etwas Neues“ behauptet wurde. Nur selten wurden dabei Vorstufen (wie 2.0, 3.0 oder 3.1) definiert und auf die Vernetzungseigenschaft rekurriert.

Heute wird Wissenschaftlern empfohlen, sie sollten sich zur Förderung ihrer Forschungsaktivitäten (und ihrer Karrieren) großflächig vernetzen. Kaffeepausen auf Tagungen wurden zunehmend als „Gelegenheit zum Networking“ angekündigt. Förderungsinstitutionen fordern in Projektanträgen die Mitwirkung mehrerer Forschungs­einrichtungen; in den europäischen „Horizon-Programmen“ müssen diese aus mindestens 3 verschiede­nen Staaten stammen.

Mit derartigen Projekten ist ein extrem hoher Koordinationsaufwand verbunden. Das „Brooks‘sche Gesetz“ lässt vermuten, dass dieser den Projekterfolg verzögern oder vereiteln kann. Möglicherweise tragen die einzelnen Einrichtungen sehr ungleich zum Projekterfolg bei („Trittbrettfahrereffekt“).

Mittlerweile wurde „Publish or perish“ zu „Publish together or perish“ ergänzt. In manchen Disziplinen hat die Koautorenschaft groteske Ausmaße angenommen. In solchen Fällen ist es unklar, wie relevant der Beitrag der einzelnen Koautoren zur Veröffentlichung ist. Die Forderung nach einer extrem starken Vernetzung, die in meinem Bild dargestellt ist, scheint aus Gründen der Forschungsfreiheit, der Innovationsfähigkeit und wegen des damit verbundenen Bürokratismus fragwürdig.

Bild zur Ausstellung: "Science 4.0 - Networking!", Digital Art, 286 MB [TIFF], Kunstdruck: Größe variabel (zB 50x65 cm), u.a. auf Alu-Dibond, Leinwand, Hahnemühle-Papier. Signierte Auflage limitiert auf 10 Exemplare.

Kosina Gerlinde

Gelinde gesagt war für mich das Erkennen, Anerkennen müssen, das der Realität anscheinend entsprechende Szenario der Corona-Pandemie: „herzzerreissend". Sokrates meinte: ich weiß, dass ich nichts weiß... eine Ohnmacht macht sich breit - wo ist meine/unsere Freiheit? Nach vielen Wochen kommt die Frage - wohin gehen wir - wie werden wir das Schaffen ohne Schaffen - ohne Umarmung - in trostloser Einsamkeit - ohne Leben im Leben - das Leben ist herzzerreißend geworden - vielleicht auch ein wenig weiser....

Bild zur Ausstellung: Herzzerreissend, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm

Lessel Jagoda

In dieser Zeit der Pandemie hat die Politik die Macht. Ständig ereignen sich neue Dinge, die Positives zunichtemachen, Hoffnungen zerstören. Viele verschiedene Meinungen aus Medizin und Forschung werden zur Optimierung der Lage eingeholt. Jeder meint Recht zu haben und verteidigt seine Meinung. Was geschieht mit allen anderen? Sie bemühen sich die immer neuen Maßnahmen zu respektieren und einzuhalten und sind doch ohne Macht. Viele sind arbeitslos, kleine Wohnungen mit wenig Rückzugsmöglichkeiten, Alte sind alleine, Junge beengt und einsam.

Bild zur Ausstellung: Macht in Verbindung von Ohnmacht, Acryl auf Leinwand, 60 x 80 cm

Maralo Maringer Alois

Seit Beginn der Neuzeit ist die Wissenschaft die Triebfeder für den Fortschritt der Menschheit. Grenzüberschreitung und Widerspruch, These und Antithese waren immer Teil der Forschung. So hat die Wissenschaft immer neue Details offengelegt und zu Spezialisierungen geführt. Wir haben gelernt, die Welt aus vielen Perspektiven zu betrachten und als bunte Vielfalt zu verstehen. Doch immer noch liegt ein Großteil dessen, was sich im Makrokosmos und Mikrokosmos befindet hinter einer Nebelwand. Diese Wand ist undurchlässig wie Acrylglas. Ein riesiger Pfropfen presst die Wand gegen die bisherige Wissensbereiche, die bereits offen liegen und verhindert eine weitere Öffnung. Der Pfropfen symbolisiert das monokausale Denken, das heute offenbar viele Wissenschafter daran hindert, neue Thesen frei zu entwickeln. Letztlich hindert dieser Pfropfen die Menschheit, neue Erkenntnisse zu gewinnen und ist damit eine Bedrohung für den Fortschritt. Doch was wäre eine Zukunft ohne Fortschritt?

Bild zur Ausstellung: Blocking the Future, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 70 cm

Melchert Alfred

Wissenschaft hinkt der Wirklichkeit immer hinterher, ist es doch ihre Aufgabe, die vorgefundene Wirklichkeit einer (Er)Klärung zuzuführen. Kunst hingegen kann die Wirklichkeit antizipieren. Ihre Kraft schöpft sie gerade aus den Krisen, Corona lässt sie nicht verdorren, sondern erblühen.

Kurz vor und während der Corona Ära ist eine Reihe von Werken entstanden, die nur deswegen entstehen konnten, weil ich in meinem Schaffen vollkommen frei bin! So frei, wie es die Kunst eben sein sollte. So wie auch die Wissenschaft frei sein sollte.

Oftmals stellt es sich anders dar: der Kunst- oder Wissenschaffende ist "part of the game", sklavisch abhängig von Auftraggebern und Käufern und kann seine Kreativität nur in einem schmalen Korridor verlaufen lassen. Kein Vorwurf, denn wenn man davon lebt, muss man auch davon leben können.

Bild zur Ausstellung: Brave New World, Mischtechnik auf Leinwand, 120x160 cm

Meloun Eva

Der deutsche Mathematiker und Astronom August Ferdinand Möbius (1790-1868) „entdeckte“ das Möbiusband und seine vielfältigen Funktionen. Wie es hergestellt wird ist leicht erklärbar.

Das „Möbiusband“ oder die „Möbiusschleife“ ist ein Band, das durch eine Drehung um 180 Grad gedreht und zusammengefügt wird. Es kann z.B. zu einem Kreis, einer Achterschlinge oder zu einem Fünfeck geformt werden und hat im technischen und topographischen Bereich wichtige Funktionen.

Es ist ein Beispiel für den Wandel einer außen liegenden Fläche zu einer innen liegenden.

Der Maler M. C. Escher hat in einer feinen schwarz /weiß Radierung eine Ameise über dieses Band laufen lassen, um diesen Vorgang zu illustrieren.

Auf dieses, in sich drehende Band gehen viele technische Erfindungen zurück.

Immer wieder war es für Mathematiker eine Herausforderung, das Phänomen der Möbiusschleife mathematisch zu erfassen. All die geistigen Anstrengungen, das nächtelange Nachdenken, das Verwerfen ungenügender Ergebnisse, das unermüdliche Forschen und Grübeln führte lange zu keinem Ergebnis. Die mathematische Beschreibung konnte erst, fast hundert Jahre später, im Jahr 2007 durch E.L. Starostin und G.H.M. van der Heijden errechnet und publiziert werden.

Es gibt aber noch einen anderen Aspekt. Es ist das Phänomen der inneren und äußeren Welten und den unlösbaren Verbindungen dieser zwei sich bedingenden, Gestalt gebenden Prinzipien. Wir finden es in der Natur, im symbolischen und im mythischen Denken.

Die noch harte Frucht mit dem weichen Kern kann zur weichen äußeren Hülle für einen harten Kern werden – das Äußere wird zum Inneren.

Das Innere definieren wir als das Bergende, das im Dunkel Verborgene, oder nur teilweise Sichtbare. Es ist Geheimnis und Rätsel, Fülle oder Leere. Vielleicht nur Unbestimmtes, Vages. Vielleicht Präzises oder Chaos. Anfang oder Ende, Werdendes oder Zerfallendes. Nichts macht so aufmerksam wie das Innere.

Das Äußere ist Hülle und Schutz oder beengendes Gefängnis. Es kann dem weichen, zerfließenden, zerbrechlichen oder zerbröckelnden Inneren formgebender Halt sein. Es kann das Gute und das Böse, wie auch das Helle und das Dunkle verbergen. In Höhlen und Ecken lauert das Unbekannte oder das unbestimmt Erwartete, der Schrecken, das Tote, aber auch das sich entwickelnde Lebendige. Soviel wir auch darüber nachdenken; Äußeres und Inneres haben unendlich viele Möglichkeiten sich in den Manifestationen ihrer Vielfältigkeit zu zeigen. Und es macht deutlich, dass ein AUSSEN immer ein INNEN bedingt. © Eva Meloun

Bild zur Ausstellung: Moebius-Fragment, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Merta Regina

Der Geistesblitz ist ein Geschenk, das nicht allen Menschen gegeben ist. Die Kreativität in Wissenschaft und Kunst ist entscheidend für die weitere Entwicklung unseres Daseins. Als Basis für die Menschheit wäre es besonders wichtig dies zu fördern und nicht zu untergraben.

Bild zur Ausstellung: Geistesblitz, Acryl auf Leinwand, 80 x 60 cm, 2021

Nyirady Chrisitine

Vögel waren im Alten Rom die Überbringer von Nachrichten der Götter. Auguren waren Spezialisten in der Interpretation von Vogelflügen. Die Deutungsregeln waren das Geheimwissen der Auguren, die mit ihren Auslegungen wichtige politische Entscheidungen beeinflussten. Die Rolle der Auguren übernehmen heute Lobbyisten. Doch nicht Flugbewegungen der Vögel sind heute Gegenstand ihrer Deutungshoheit, sondern die Ausbreitung besonderer Viren, bekannt als „Corona“.

Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat sich schon früh mit Vögeln beschäftigt und 1965 ein Buch mit dem Titel „Vogelflug“ publiziert. Bis heute erforschen Wissenschafter das Phänomen der Vogelschwärme und ihrer inneren Regeln, die zum Inbegriff der Schwarmintelligenz wurden. Forschungen und Entwicklung basieren schon lange nicht mehr auf Erfindungen solitärer Genies, sondern auf kollektiver Arbeit. Linux und Wikipedia sind Beispiele dafür, dass Schwarmintelligenz zu herausragenden Ergebnissen führen kann. Die Politik, insbesondere die Demokratien dieser Welt, sollten davon lernen.

Bild zur Ausstellung: Vogelflug, Aquarell auf Papier, 12 x 9 cm

PTP Petra Traxler-Pilgram

EINGEHÄMMERT      JEDE STUND`

EINGEHÄMMERT      HALT DEN MUND

EINGEHÄMMERT      SCHON ALS KIND

EINGEHÄMMERT      VÖLLIG BLIND

EINGEHÄMMERT      LAMMFROMM

EINGEHÄMMERT      KOMM KOMM

EINGEHÄMMERT      JEDEN TAG

EINGEHÄMMERT      WIE IM SARG

EINGEHÄMMERT      VERNAGELT

Bild zur Ausstellung: Eingehämmert oder vernagelt, Collage, Tinte auf Papier, 50x50cm

Reinhart Martina

Im Gegensatz zu früheren Zeiten, wo es das Ziel war, sich Wissen/Kenntnisse anzueignen und Können zu erlernen, geht es heutzutage in unserer 'Digital Society' vornehmlich darum, sich Kompetenzen anzueignen. Eben Fähigkeiten mit dem vorhandenen, überall und jederzeit abrufbaren, digital gespeicherten Wissen richtig und vorbildlich umzugehen. Wissensbasierte Ressourcen sind die Voraussetzung für die Entwicklungsfähigkeit und die Zukunft basiert u.a. auf Innovation, Technologie, Forschung und Lehre. Nur die Kunst kann noch einen anderen Zugang zu Wissen schaffen.

Bild zur Ausstellung: Knowledge, Mischtechnik auf Leinwand, 145 x100 cm

 

rosa parz 250

Bild zur Ausstellung: Trope, Lehm, Rote Erde,

Acryl auf Fliegengitter, 160 x 80 cm

Rosa Parz

ZWISCHENRAUM

ZWISCHENTON

ZWISCHENSPIEL

Wie kommt das Sehnen zwischen uns?

Zwischen die Wesen

Zwischen die Steine

Zwischen die Dinge

Zwischen die Töne

Zwischen die Farben?

Wie kann MEIN dir Fremdes bei dir ankommen

und

dir vertraut werden?

Wie kann DEIN mir Fremdes zu mir finden?

Wir brauchen

LEERE

dazwischen.

Ist diese Leere nun

verbindend

oder

trennend???

Entstehen im Dazwischen

das Gemeinsame

und

das Sehnen

des Lebens?

   

 

Ross Linde

Ich finde die landwirtschaftliche Praxis, Rinder zu ent-hornen, indem man bei den Kälbern die Hornanlagen verödet, nicht nur brutal, sondern auch traurig, ein Jammer. Wo bleibt da die vielbeschworene Würde der Tiere?

Bild zur Ausstellung: FRIES VI - Kuh- und Stiergesichter, Acryl auf Nessel, 30 x 70 cm

Schwandter Elisabeth

"Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und Grün des Lebens gold'ner Baum" (Mephisto in Goethes Faust). Sollte es allerdings die Menschheit schaffen, trotz all dem vielen Wissen den Lebensbaum zum Verdorren zu bringen, kommen die intelligenten und anpassungsfähigen Ratten ins Spiel: sie werden uns überleben!

Der kleine Nager am Fuß des Lebensbaums erinnert auch an eine Strophe aus Reinhard Fendrichs Hit I am from Austria: "I kenn die Leut, I kenn die Ratten, die Dummheit, die zum Himmel schreit ......!" Wie wahr, in Zeiten von Corona.

Bild zur Ausstellung: Theorie und wahres Leben, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 50 cm

Stathi Marina

Vor 200 Jahren begannen Forscher Blut naturwissenschaftlich zu untersuchen. Erst 1901 ist es dem Wiener Arzt Karl Landsteiner gelungen die Blutgruppen zu entdecken. Dafür erhielt er 1930 den Nobelpreis für Medizin. Gemeinsam mit dem amerikanischen Serologen Alexander Salomon Wiener entdeckte er 1937 auch das Rhesussystem. Zehn Jahre später beginnt das Rote Kreuz mit dem Aufbau von Blutspendediensten. Bis heute nimmt nur ein geringer Teil der Bevölkerung an Blutspendeaktionen teil. An die Notwendigkeit Blut zu spenden erinnert das Bild „The Power of Red“, das sich in einem Blutspendezentrum in Thessaloniki befindet.

Bild zur Ausstellung: Power of Red, Öl auf Leinwand, 90 x 70 cm

Zechmeister Waltraud

Im Paradies verspricht die Schlange Adam und Eva, dass sie über göttliches Wissen verfügen würden, wenn sie den Apfel des Baumes der Erkenntnis kosteten. Die Schlange redet Adam und Eva ein, dass Gott eifersüchtig auf sie sei und ihnen den Genuss der Frucht daher verboten habe, denn danach hätten sie genauso viel Wissen und daher auch Macht wie ER. Und Adam und Eva fallen auf die Schmeicheleien der Verführerin herein. Sie möchten Gott ebenbürtig sein und beißen in den Apfel der Erkenntnis.

Die Folgen für sie sind bekannt: Verbannung aus dem Paradies, aber gleichzeitig auch die Unabhängigkeit von einem sie bevormundenden Gott. Sie bekommen meiner Meinung durch diesen Schritt die Freiheit der Entscheidung: Die Schlange zeigt ihnen zwei verschiedene Handlungsweisen auf - darin besteht ihre Verführung, denn bis zu diesem Zeitpunkt hat es für Adam und Eva nur das lineare Verhalten des Gehorsams gegeben, für den sie ein wunderbares Leben im Paradies geboten bekamen. Indem sie sich nun für eine der beiden Möglichkeiten, die sie ohne die Schlange nie gekannt hätten, entscheiden, erhalten sie die Freiheit.

Es ist für diese Ausführungen nicht von Belang zu wissen, was die Schlange mit ihrer Verführung bezweckt hat, wichtig ist für mich, dass die Menschen dadurch die Freiheit des Denkens bekommen haben. Sie können sich ab nun erlauben, alles zu hinterfragen, nachdem sie an Gottes Allmacht zu zweifeln begonnen haben. Für mich ist das der Beginn des kreativen Denkens und daher der Freiheit der Forschung und der der Kunst.

Doch da diese Freiheit durch die List der Schlange herbeigeführt wird, steht sie von Anfang an auf tönernen Füßen, immer wieder wird sie eingeschränkt – durch die Macht der Könige, des Klerus, der Angst der Menschen vor Neuem. Das gilt sowohl für die Wissenschaft als auch für die Kunst. Wie viele Wissenschaftler und Künstler müssen ihr Leben lassen, weil sie sich nicht den herrschenden Maßstäben beugen wollen. Denken wir an einen Galileo Galilei oder an die entartete Kunst im 3. Reich – die Schlange der Verführung hatte immer ihre gespaltene Zunge im Spiel.

Und dies ist derzeit auch kaum anders. Kunst und Wissenschaft werden ausgehungert – vom Geld abhängig gemacht, so hat es auch Dürrenmatt in seinem Drama „Die Physiker“ dargestellt – für Möbius gibt es nur die Freiheit der Forschung im Irrenhaus und auch da wird er von der wahnsinnigen Irrenärztin hinters Licht geführt.

Und diese Ambivalenz der Freiheit der Kreativität möchte ich in meinem Bild zeigen.

Bild zur Ausstellung: Der Baum der Erkenntnis, Acryl auf Malbrett, 30 x 30 cm

 

 Alle Bilder der Ausstellung - Slideshow

Siehe auch: WISSEN & SCHAFFEN - Essay des Kurators Hubert Thurnhofer

Siehe auch: MEINUNG & URTEIL - Statements der KünstlerInnen

 

 

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