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In den 1970er Jahren wurde die Soester Berufsschule neu errichtet, mit viel Beton rund herum. Da gehört am Ende auch Kunst rein, denn Kunst am Bau war Vorschrift. Der Architekt hat einen Wettbewerb ausgeschrieben und gewonnen hat ein gewisser Gerhard Richter, der seit 1971 als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf unterrichtete. Er war also damals schon etabliert, aber natürlich noch nicht so bekannt wie heute.

 

Gerhard Richter in Soest

 

Und: seine Werke waren natürlich nicht so teuer. Man schätzt rund 100.000 DM – in „Betongeld“ ungefähr so viel wie ein Einfamilienhaus. Richter als Gewinner des Wettbewerbs hat zwei großformatige, langgestreckte Bilder, speziell für die Aula der Schule geschaffen. Diese hingen dort über vier Jahrzehnte, weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. Durch die Hängung hoch über der Aula auch sehr gut geschützt vor Beschädigungen.

 

Der WDR inszeniert es als Enthüllung, dass diese Werke heute über 40 Millionen Euro wert seien. Eine schriftliche Bestätigung des größten Richter-Experten liege vor! Was für eine Überraschung bei einem Maler, der seit rund zwei Jahrzehnten als der teuerste lebende Künstler gilt. Diese Summe hat auch den Bund der Steuerzahler hinter dem Ofen hervorgeholt. Der weiß, was der Staat damit anfangen könnte. Doch zwischenzeitlich wurde das Werk in das LWL-Museum Münster als Dauerleihgabe verlegt. Die Schule muss sich nun mit einer Fotokopie im Format 1:1 zufrieden geben.

 

Details: wdr.de (17.4.2026)

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