logo

bild

Paradigmenwechsel / Kunst als politisches Statement, Teil 4

Essay des Kurators

Alle Bilder der Ausstellung

Climate Change Video of Amora Helenna Jouja

Bericht der Kulturzeitschrift KURVE

500 Vernissage 354

Artikel "Klima & Wandel" in der Zeitschrift VERNISSAGE, Ausgabe 354, 2021, auf ISSUU

Artikel auf meinbezirk.at

Wer rettet unseren Planeten? Silvia Bitschnau + Silvia Ehrenreich + Heidrun Karlic

Fridays for Future - LeRusch Rudolf Schar + Amora Helenna Jouja + Sibylle Kreuter

Der Klimawandel hat eine lange Geschichte - Ivan Iliev + Mina la Verde + Reinhard Fuchs

Klima: wandeln oder handeln? - Jagoda Lessel +  Ella Kleedorfer-Egger + Gerhard Knolmayer

Darf der Mensch den Planeten beherrschen? - Renardo Reinhard Niessner + PTP Petra Traxler-Pilgram + Maralo Alois Maringer

Klimawandel: Pandemie namens "Mensch" - Alfred Melchert + Elisabeth Schwandter + Christine Nyirady

Naturgewalt oder Kulturversagen? Linde Ross + Eva Meloun + Regina Merta

Klimagipfel der Kunst Verena Maria + Lydia Wassner-Hauser + Waltraud Zechmeister

 

Amora Helenna Jouja

Im Januar 2020 ist der Vulkan Taal auf den Philippinen ausgebrochen. Taal befindet sich auf der Hauptinsel Luzon, nur 66 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Rund um den Vulkan hat sich über Jahrtausende ein See gebildet, der zu einem beliebten Ziel für Touristen geworden ist. Wissenschafter haben berechnet, dass der CO2-Ausstoß von Vulkanen weniger als 1 Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgasse ausmacht. Doch es gibt auch historische Beispiele von großen Ausbrüchen, durch die Partikel bis in die Stratosphäre 10-50 Kilometer über der Erde geschleudert wurden, was zu einem abkühlenden Effekt der Erde geführt hat. Der Taal-Ausbruch war viel kleiner, tausende Menschen wurden evakuiert, aber viele Touristen sind bald wieder an die Strände zurück gekehrt.

Bild zur Ausstellung: Vulkanausbruch, Acryl auf Leinwand, 100 x 150 cm

Bitschnau Silvia

„Die größte Gefahr für unseren Planeten ist der Glaube, dass jemand anderes ihn rettet.“ (Robert Swan) – ein legendäres Zitat, das der Lethargie und Ignoranz des menschliches Wesens Ausdruck verleiht, sogar im Angesicht der eigenen unmittelbaren Existenzbedrohung durch Zerstörung der Umwelt, unbeirrt den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Es ist zu hoffen, dass die Menschen ihr Eigeninteresse erkennen, die Umwelt zu erhalten und der menschliche Selbsterhaltungstrieb die Lethargie überwindet.

Bild zur Ausstellung: Naturschützer 1, Collage, Acryl auf Leinwand, 40 x 50 cm

Ehrenreich Silvia

Inspiriert zu diesem Werk war die Situation der Brände in Australien. Zu dieser furchtbaren Situation fiel mir ganz spontan Eduard Munchs Werk „der Schrei“ ein. Dieses Sinnbild für Angst, Schrecken und ausweglose Situationen habe ich in meinem Werk „Aufschrei“ versucht umzusetzen.

Mein Entschluss mich mit diesem Werk zum Thema Klima & Wandel“ zu bewerben liegt darin, dass „der Aufschrei“ für jede Katastrophe die zur Zeit verstärkt in extremster Form auf diesem Planeten für unaussprechliches Leid sorgt, Aussage findet. Wie schon der Titel der Ausstellung aussagt - der Wandel des Klimas und deren Folgen wird unser Lebensbegleiter. Auf philosophische Ansätze und Fingerzeige möchte ich hiermit bewusst verzichten - dieses Thema ist ohnedies unerschöpflich. Einziger Ansatz: „die Hoffnung stirbt zuletzt“ ... wie auch immer die Problem-Lösungen aussehen mögen.

Bild zur Ausstellung: Aufschrei, Acryl auf Leinwand, 120 x 95 cm

Fuchs Reinhard

Vor ca. 300 000 Jahren, als der „moderne“ Mensch (Homo sapiens) erschien, war unser Planet bereits durch eine viele hunderte Millionen Jahre dauernde geologische und klimatologische Geschichte geprägt. Kontinente entstanden und verschwanden, ebenso wie unzählige Tier- und Pflanzengruppen. Die Evolution veränderte alles. Der „vernünftige, kluge“ Homo sapiens hatte schon längst das Feuer entdeckt und Werkzeuge gefertigt. Schließlich entwickelten sich soziale und kulturelle Strukturen, die heute in unterschiedlichster Weise unser Leben bestimmen.

Jäger und Sammler lebten weit verstreut in Afrika, von wo aus fast alle Weltgegenden besiedelt, bebaut, bepflanzt und somit auch ausgebeutet werden konnten. Epochale Erfindungen, segensreiche Entwicklungen in der Medizin und ein ungeheurer Fortschritt in der Lebensmittelproduktion führten zu einem gigantischen Wachstum nicht nur der Industrie sondern auch zu einer enormen Zunahme der Weltbevölkerung. Waren es um 1800 rund eine Milliarde Menschen, zählen wir heute fast 8 Milliarden. Ende dieses Jahrhunderts werden wir die 10 Milliarden-Grenze überschritten haben. Der Anstieg der Weltbevölkerung seit der Industrialisierung korrespondiert ziemlich gut mit dem Anstieg der Durchschnittstemperatur in der Atmosphäre.

Die Geschichtsschreibung verzeichnet hunderte Volksgemeinschaften, die sich in hunderten Kriegen gegenseitig ausrotteten und in hunderten Kulturen hunderte Lebensgemeinschaften zerstörten. Damit einhergehend wurden tausende Lebensräume verändert; letztendlich auch verwüstet oder unbewohnbar gemacht. Beispiele dafür gibt es genug:

Die großen Seefahrernationen auf der Iberischen Halbinsel, am Apennin oder auch am Balkan haben durch gnadenlose Abholzung Karst- und Wüstenlandschaften entstehen lassen. Industrielle, chemiegesteuerte Landwirtschaft, der Raubbau an Böden und die nach Rohstoffen dürstende, auf Gewinnmaximierung fokussierte Industrie destabilisieren die natürlichen biologischen Zusammenhänge. Die Überfischung und Vergiftung der Ozeane mit Plastikmüll sind zum unlösbaren Problem geworden. Zwei furchtbare Weltkriege haben nicht nur am Meeresboden Millionen Tonnen Schrott und Munition als tickende Zeitbomben hinterlassen. Das atomare Wettrüsten führte zur Entvölkerung weiter Gebiete. Ungeheure Mengen an Treibhausgasen steigen Tag für Tag in den mit Kondensstreifen geschwängerten Himmel.

Wachstumsglaube als Motor für Wohlstand, Wegwerfmentalität, Verteilungskämpfe und Unkenntnis der Naturgesetze führen zur heutigen Situation, die allgemein als „Erderwärmung“ bezeichnet wird. Alle wollen „das Klima retten“, aber es geht um viel mehr. Mit untauglichen Mitteln wie Angstmache und Endzeitphantasien wird von diversen politischen Gruppen versucht, den Menschen in ein neues, treibhausgasfreies Korsett zu zwingen. Dem Klimawandel soll mit gesellschaftlichem Wandel begegnet werden. Energiesparlampen, E-Autos und riesige Windräder retten die Welt aber nicht vor dem angeblichen Untergang. Besser wäre Aufklärung über Naturgesetze, Ethik und Verantwortung des Einzelnen gegenüber dem, was wir als „Mutter Erde“ bezeichnen. Zahllose Experten erklären, warnen, begründen, drohen und appellieren. Es ist jedoch ethisches Bauchgefühl gefragt im Sinne Kants kategorischem Imperativ!

In meinem Werk habe ich versucht, all die Grausamkeiten, die wir der Umwelt antun, zusammenzustellen: Computerschrott, Kupferspulen, Elektrostecker und Plastikteile stehen für den grenzenlosen Verbrauch der Ressourcen; Wasserhahn, Muschel und Anker für die Vergiftung der Gewässer und Ozeane; Spielzeugautos für den zügellosen Verbrauch an Kraftstoffen. Holzstücke symbolisieren den Raubbau an Wäldern und das Waldsterben. Auf einer kaputten Uhr ist es schon mehr als nur 5 Minuten nach 12. Das Thermometer zeigt dem Betrachter die aktuelle Temperatur. Im Nichts endende Kabel schlingen sich durch die verwüstete Landschaft. Eine fast alles umschließende Kette versinnbildlicht unsere Gefangenschaft in der Wohlstandsgesellschaft. Die meisten Objekte sind teilweise mit Sand zugeschüttet und mit grauer granitähnlicher Farbe übersprüht, - ein Blick in die Zukunft?

Bild zur Ausstellung: Zukunft? Eisenteile, Kupferspulen, Spielzeug, abgesägter Ast, Computerschrott, Thermometer, Uhr, Wasserhahn, Kabel, Eisenkette, Münze; Sand etc.; Acryl, Assemblage auf Holz, 36 x 86 cm

Iliev Ivan

Die Geschichte erzählt von einer Menschheit, die durch das unbekannte und unerkennbare Universum reist, mit der festen Überzeugung, dass sie über alle Waffen verfügt, um erfolgreich weiterzukommen.

Bild zur Ausstellung: Arche Noah, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm

Karlic Heidrun

Mein Bild zum Thema entstand im Rahmen einer Reflexion rund um „heiße“ Diskussionen zur Stadterweiterung: Ein häufiges Argument ist da, dass es klimafreundlicher ist, wenn man (möglichst begrünte) Hochhäuser baut als Einfamilienhäuser, weil letztere mehr zu klimaschädlichen Bodenversiegelung beitragen. Es bleibt nur zu hoffen, dass das stimmt und dass das Wohnen in einem Einfamilienhaus auf dem Land für viele genau so wenig erstrebenswert ist, wie ein eigenes Auto, weil ja auch durch den Straßenbau und durch Einkaufszentren in der Landschaft viel wertvolles Grünland zerstört wird.

Bild zur Ausstellung: Hot City, Acryl auf Leinwand, 60 x 40cm

Nächste Ausstellungsbeteiligung: Vernissage: 21.09.2021 - 19 Uhr

"5 Jahre ÖGKM" (Österreichische Gesellschaft für Kunst und Medizin)

von 21.09. bis 19.10.2021 im Amtshaus Margareten 1050 Wien, Schönbrunner Str. 54

Kleedorfer Egger Ella

Terra Mater hat alle Eigenschaften und Fähigkeiten, die auch den Menschen eigen sind. Sie atmet (Gezeiten), sie weint (Regen), sie heult (Gewitter), sie raucht (Vulkane), sie bewegt sich (Erdumdrehung), sie wandert (Sonnenjahr), sie ernährt (Pflanzen) und ernährt sich (Tiere). Die Mutter Erde ist heute so lebendig wie für die alten Römer Tellus, die Gottheit der mütterlichen Erde. Heute lebt diese Vorstellung als Metapher weiter, doch vielleicht sollten wir wieder lernen, diese Idee wörtlich zu nehmen. Mutter Erde ist jedem Menschen so nah wie die eigene Mutter - im buchstäblichen und im übertragenen Sinne. So sollten wir sie auch behandeln!

Bild zur Aussgellung: Terra Mater, Mischtechnik auf Papier, 50 x 70 cm

Knolmayer Gerhard

Freiheit für die Nordostpassage!
Die beiden Nordpassagen von Nordamerika über die kanadischen Inseln bzw. von Nordeuropa entlang der russischen Küsten zu den asiatischen Wirtschaftszentren werden durch den Klimawandel zunehmend nicht nur im arktischen Sommer eisfrei. Die bald ganzjährig bestehende Eis-Freiheit eröffnet neue Schifffahrtswege von und nach Asien und damit verbesserte Rahmenbedingungen für die globalisierte Wirtschaftstätigkeit.

Passende Abenteuerreisen werden von innovativen Kreuzfahrt-Touristikern bereits ausgearbeitet: Gehören auch Sie zu den ersten Teilnehmern der abenteuerlichsten Eis-Reisen seit jener der Titanic! Genießen Sie unvergessliche Landausflüge im tauenden Permafrost und an den neu entstehenden Thermokarstseen!
Keine andere Reise vermittelt Ihnen derart unmittelbare Eindrücke vom Klimawandel. Berichten Sie ihren Kindern und Enkeln: Wir waren als Augenzeugen dabei, wir haben unseren Beitrag zur Erreichung der Eis-Freiheit geleistet!
Eine wahrhaft attraktive Alternative zum Reiseziel "Weltraum"!
Bild zur Ausstellung: "Freiheit für die Nordostpassage!", Mischtechnik auf Leinwand, 70x70 cm
[In den Sommermonaten 2021 ausgestellt in der Galerie Garage Grinzing (GGG)]

Kreuter Sibylle

Klima mit Wandel

Ja, dass Gedanken viel umherschwirren,

und sich dessen irren,

vorgeschrieben wird,

was zu machen ist,

gehorsam angetan vom Klimawandel,

es verläuft doch viel im Sandl.

Die Großen und die Mächtigen steigen in Luxusgüter und die Kleinen sollen zurückgesetzt leben!Kann man wieder gut machen, was nicht mehr gut zu machen ist? Was ist mit dem Abfall im All? Kann nicht mehr entschärft, ab- und eingefangen oder entrümpelt werden! Waldvernichtung aller Art, fügt dem Ökosystem Schaden zu. (Wer kann was gegen Waldbrände tun? Keiner scheint es, sonst gäbe es kein Feuer mehr.) Zum eventuellen Stopp des Klimawandels, der Erwärmung und Erkältung: was die Natur uns gibt, wird kaum zum Aufhalten sein.

Bild zur Ausstellung: Tatsache oder Trug, Mischtechnik auf Papier, 30 x 42 cm

La Verde Mina

Durch gedankenloses und überhebliches Streben nach Macht, ohne Rücksicht auf unsere Natur, entsteht Zerstörung und Verlust. Doch das Gesetz der Resonanz holt all jene ein!

Bild zur Ausstellung: Das Gesetz der Resonanz, Öl auf Leinwand, 70 x 50 cm

Leontjew Igor

Versunkene Welt, Öl auf Leinwand, 90 x 100 cm

LeRusch Rudolf Schar 

Ist der Klimakollaps überhaupt noch aufzuhalten?

Was ist aus dem Ozonloch geworden?

Um überhaupt etwas erreichen zu wollen, müsste man einen Wandel bei den Menschen global erreichen.

Bild zur Ausstellung: Rettung der Welt? - Die Welt liegt am Boden und alle schauen zu, Acryl, Öl auf Leinwand, 70 x 100 cm

Lessel Jagoda

Klima Wandel

Beim Klima Wandel muss man handeln

Nicht nur reden wenn es brennt und regnet

Die Meldung Steinzeit in Österreich vergessen

Und Katastrophen bei uns um uns

Kritisch messen.

Bild zur Ausstellung: Bedrohung für Mensch und Natur, Acryl auf Leinwand, 40 x 40 cm

Maralo Alois Maringer

Bereits zwei Weltkriege haben Mensch und Umwelt, Kultur und Natur in verheerendem Ausmaß vernichtet. Aber es gab immer noch Überreste von bombardierten Gebäuden, die wieder aufgebaut werden konnten. Und es gab Menschen, die das Land wieder aufbauen konnten. Auch wenn Atombomben in den vergangenen Jahren abgerüstet wurden, sind immer noch viele abschussbereit. Dazu kommen neue technische Entwicklungen und damit zusätzliche Vernichtungspotenziale. Wäre demnach ein dritter Weltkrieg die endgültige Ausrottung der Menschheit und die endgültige Vernichtung der Natur? Ein dystopisches Bild der Endzeit vor fünfzig Jahren zeigte meist einen Atompilz. "All what's left" symbolisiert die Dystopie 4.0 und erinnert an einen G5-Sendemasten. Die Atombombe war eine offensichtliche Bedrohung, auch wenn sie großen Schaden anrichten konnte, so waren die negativen Auswirkungen lokal beschränkt. Die Bedrohung unserer Zeit ist zwar auf Schritt und Tritt sichtbar, flächendeckend, grenzenlos und global, aber nicht offensichtlich! Die Dystopie 4.0 hat zwei Seiten: einerseits Strahlenbelastung und Elektrosmog, anderseits totale Kontrolle der Menschen. Dank Smartphone google, facebook und Co haben wir uns an diese Kontrolle bereits gewöhnt und sie erscheint uns harmlos. Doch diese Instrumente werden zu Sprengstoff, wenn sie von einem totalitären Regime eingesetzt werden!

Bild zur Ausstellung: All what's left, Acryl auf Leinwand, 120 x 90 cm

Melchert Alfred

Wenn diese Generation nichts tut, braucht die nächste auch nichts mehr tun!

Provokant? Ja, aber folgerichtig! Der Klimawandel und die Schädigung der (Um)Welt sind bereits so weit fortgeschritten, dass der point of no return bald erreicht sein wird. Die Ausbeutung vieler Bodenschätze, die Versiegelung der Erdoberfläche und die Dezimierung der Artenvielfalt sind bereits jetzt unumkehrbare Fakten. Das Anheizen des Globus durch ungehemmte Industrie, kapitalistisch strukturierte Landwirtschaft und ausartende Verkehre könnte vielleicht noch eingebremst werden, wäre da nicht der Erfolgsfaktor Mensch. Sein Siegeszug über den Planeten und seine Ressourcen ist genetisch determiniert. Programmiert auf maximale Reproduktion und Verbreitung, giert der Homo Sapiens nach allem, was diesem Ziel von Nutzen sein könnte.

Der Code des Lebens kannte immer nur den Wettbewerb und das Voranbringen der eigenen Spezies. Darwins "survival of the fittest" zielt in letzter Konsequenz darauf ab, dass es (in Anlehnung an ein Filmzitat) am Ende nur "Einen" - im Sinne einer einzigen Spezies - geben kann. Jeder erfolgreiche Organismus macht sich den weniger effizienten Organismus Untertan oder eliminiert ihn rückstandslos. Dieser Mechanismus ist auf allen Ebenen der Entwicklung zu beobachten.

Seit eine Laune der Natur dem Menschen die bisher mächtigste Waffe der Evolution in die Hand gegeben hat, nämlich seine hypertrophe Großhirnrinde, fuhrwerkt er wie ein Berserker und hinterlässt im wahrsten Sinne verbrannte Erde. Die Rodung der Sahara oder des australischen Outbacks vor tausenden von Jahren waren die ersten tauglichen Versuche, die Natur nachhaltig zu zerstören. Die gegenwärtige Vernichtung der brasilianischen Regenwälder zeigt, dass der Mensch offensichtlich noch immer nach dem gleichen Muster funktioniert und noch immer nicht begriffen hat, dass er den Ast, auf dem er sitzt, mit einer Kettensäge absägt. Wie ein Parasit nimmt er den Planeten in Besitz und wird ihn so lange aussaugen, bis der Wirt tot ist. Die Folgen für den Parasiten sind absehbar und benötigen keiner weiteren Ausführung.

Vielleicht erholt sich die Erde und übersteht die Pandemie namens "Mensch" - man möchte es ihr wünschen! Die Auslöschung des Homo Sapiens durch eigenes Handeln erscheint mir hingegen als sehr wahrscheinlich. Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass sie genau auf dieses Ereignis zusteuert. Nicht unsere Generation allein hat den Klimawandel verursacht, auch nicht die Protagonisten der Industrialisierung, sondern es ist ein Prozess seit prähistorischer Zeit. Keine Entwicklung ist ohne die vorherigen Schritte denkbar, ein Stein baut auf dem anderen auf. Aber unsere Generation ist die erste, die die Tragweite der Auswirkungen erkannt hat und die erste - und vielleicht letzte - die die Chance hat, den Trend zu verlangsamen oder eventuell sogar aufzuhalten.

Das wird aber nur gelingen, wenn ein Großteil der Erdbevölkerung Bewusstheit entwickelt, die Dringlichkeit erkennt und jeder seinen Beitrag zu leisten bereit ist. Einzelinteressen, vor allem von Staaten und Konzernen, die diese Bemühungen konterkarieren, sind zu sanktionieren. Und zwar auf politischer Ebene, aber auch durch die enorme Macht, die uns als Konsumenten und auch als Wähler gegeben ist.

Bild zur Ausstellung: Very Angry Greta, Graffiti Farben auf Metall gesprayt, 60 x 60 cm

Meloun Eva

Christian Morgenstern schrieb:

„Was werden wir dem Herrn

Für eine Larve schicken,

Wenn wir ein ausgebrannter Stern

Ihm einst die Schale von dem Kern

Unserer Kulturen sticken….

Morgenstern schrieb „sticken – das klingt ungewöhnlich, aber es macht Sinn. Mit dieser Wortwahl hat der Dichter richtig gedacht: „Sticken“ bedeutet mit Nähnadel und Faden einen Stich nach dem anderen auf einen Stoff oder auf ein Gewebe Muster anzubringen.

Die fünf Zeilen dieses Gedichts sollen uns zu denken geben – mit jedem „Stich“, jeder Handlung, jedem Tun, jedem Versäumnis das wir dem Gewebe unserer Kultur, unserer Erde hinzufügen, oder etwas missachten, haben wir eine unwiderruflichen Handlung eine Veränderung herbeigeführt, die weitreichende Folgen hat und für die wir uns letzten Endes verantworten müssen. Vielleicht hat Morgenstern vorausahnend erkannt in welche Richtung unser Tun und unser Bedürfnis nach „immer mehr“ entgleist. Hinter den Tragödien die durch die Veränderungen des Klimas, z.B. auch der Luftverschmutzung, wird die Veränderung in unserem Danken, die geistige Verschmutzung sichtbar. Sie ist die Ursache für unser falsches Handeln.

Es gibt eine Sünde, die als Todsünde bezeichnet wird: die Gier - sie wird als Todsünde bezeichnet, weil sie zum Tod führt.

Die Abholzung der Regenwälder, die durch Industrie bedingten Treibhausgase die das Eis der Pole schmelzen lässt, das Zubetonieren und die tausendfach kleinen und großen Handlungen die unseren Planeten, unsere Kultur und uns Menschen betreffen, werden uns schon in naher Zukunft zugrunde richten. Wir müssen sofort beginnen die „hässliche, schädliche Stickerei“ aufzutrennen.

Dazu passt der erste Teil eines meiner Gedichte (erschienen im “Zaunkönig“)

„das Geschenk der Pandora“

Haben sie es dir nicht gesagt: Öffne sie nicht!

Haben sie nicht geschrieben, geredet, gewarnt?

Haben sie nicht Gesetze erlassen?

Hat dein Verstand nicht zur Vorsicht geraten?

Aber Eitelkeit hat dich verführt,

denn du willst Ruhm und Macht.

Göttergleich willst du sein.

Ein Schöpfer der schönen, der neuen Welt.

Ein Paradies sollte es werden,

eine goldene Zeit für alle.

Vergessen ist, was du wolltest.

Zu spät sagst du jetzt: Das habe ich nicht so gedacht!

Mit großen Buchstaben steht jetzt die Frage im Raum: Kann ein Wandel möglich sein?

Wirst du auf etwas verzichten, nachdenken, bevor du einen Gedanken in die Tat umsetzt? Es kommt auf dich an!

Bild zur Ausstellung: Der entgleiste Zug, Öl auf Leinwand, 65 x 100 cm

Merta Regina

Der Klima-Wandel ist eine stürmische Turbulenz indem der Mensch fassungslos vor der Naturgewalt steht. Er entsteht aus einer Summe von Ereignissen, die auf den Menschen zurückzuführen sind, aber auch aus der Natur selbst, wie aus unserer Uralten-Geschichte ersichtlich ist... Der Lebenskreislauf..., der Naturkreislauf... erscheint uns im Chaos.Wir Menschen tragen leider dazu bei, durch unsachgemäße Handlungen bei Entsorgungen wie z.B. des Plastikmülls. Bereits Lebewesen haben Mikroplastik im Körper. Riesenschiffe verschmutzen noch dazu unsere Meere, in dem viele unserer Meerestiere zugrunde gehen. Flugzeuge, Autos, Industrie verpesten die Luft. Die Naturgewalten wie Taifune, Sturzfluten, Hagelgewitter, Waldbrände nehmen zu. Menschen sind ansatzweise um Lösungen bemüht um vor noch mehr Katastrophen zu bewahren, sowie EU Klima Ziele und der im November 2021 UN-Klimagipfel in Glasgow. Weltweit werden Ziele diskutiert, aber wie wird es technisch, wirtschaftlich umsetzbar sein... Eine Herausforderung.

Bild zur Ausstellung: Klima-Wandel 2021, Acryl auf Leinwand, 100 x 80cm

Nyirady Christine

Blauer Planet

Schwer ist dein Atem geworden

Europa verbittert und hart

im Weltenbauch verharrt

Bild zur Ausstellung: Hurrican, Acryl auf Karton, 9 x 11 cm

PTP Petra Traxler-Pilgram

Bild zur Ausstellung: Weltschmerz oder wer ist da von allen guten Geistern verlassen? 

Acryl auf Leinwand 80 x 100 cm

Renardo Reinhard Niessner

500 Renardo QuelWasdSerGeist 10x5

Bild zur Ausstellung: QuellWasSerGeist, Acryl, mehrschichtiger Farbauftrag auf Künstlerleinen, Konturfiguren mit Chinesischer Künstlertusche, 3D Holzkeilrahmen, 140 x 80, 2019

Brief an die Allgemeinheit zur Selbsterkentnis

Hallo liebe Erdbewohner,

geht es uns gut?

Ja, der Mensch hat es sich gut eingerichtet. Und trotzdem brennt`s – warum?

Hallo, es brennt und schüttet - oder vielleicht nicht?

Wir leben in einem Zeitalter des Informations- und Material- Überflusses. Wir hochbegabte Wesen beherrschen unseren Planeten durch höchst entwickelte Technik.

Haben wir da nicht irgendwas „übersehen“?

Wir entwickeln uns immer weiter weg von unserer Natur in der wir geboren wurden und aus der wir unsere Ressourcen schöpfen.

Haben wir noch ein bisschen Zeit darüber nachzudenken?

2021 wird jetzt schon als ein Jahr der Katastrophen geführt. Anlass genug uns über die Beziehung „Mensch – Natur“ Gedankenzu machen. Vom Lippenbekenntnis: „Zurück zur Natur“ halte ich wenig, denn der konsequente Weg käme einer Rückentwicklung gleich.

Was nun?

Wir müssen uns anstrengen und hinschauen, wo wir anpacken können. Führungskräfte sollen langfristig denken und nicht nur an ihrem persönlichen Erfolg hängen bleiben!

Die Hoffnung lebt:

Der Mensch hat es noch immer geschafft, durch neue hochentwickelte Technik und Maßnahmen, Mängel zu beheben.

Grüße an all unsere Vernunft und Tatkraft!

Euer Renardo

Bild zur Ausstellung: QuellWasSerGeist, Acryl auf Leinwand, 80 x 140 cm

Ross Linde

R i n d e r

reiche machthungrige Leute

riesiger Fleischkonsum

riesige Mengen gesichtsloser Rinder

unwürdige Bedingungen

riesige brandgerodete Waldflächen

riesige Mengen Viehfutter

globale Verteilung

Die gesichtslosen Rinder produzieren

riesige Mengen weiße Milch

und riesige Mengen klimaschädliches Methangas

ihre Milch und ihr Fleisch sind billig zu haben

im Supermarkt

Linde Ross

August 2021

Bild zur Ausstellung: ANGUS - Stiergesicht (3), Acryl auf Nessel, 17 x 21 cm

Schwandter Elisabeth

Die Welt ist in diesen Tagen voll von Katastrophen - die gab es schon immer, solange die Welt besteht. Aber in ihrer Häufigkeit und Intensität werden sie offenbar vom menschlichen Wirken verstärkt. Durch anhaltend hohen CO2-Ausstoß und dadurch immens beschleunigte Erderwärmung, aber auch durch andere "wicked problems" wie zunehmende Bodenversiegelung und Verschmutzung der Meere. Abhilfe würde nur "kollektive Intelligenz" schaffen, aber davon sind wir meilenweit entfernt.

Bild zur Ausstellung: Die große Flut, Mischtechnik auf Leinwand, 65 x 90 cm

Verena Maria

Das Bild symbolisiert die brennende Erde, sowie den Menschen, der sich anmaßt über dieser zu stehen und darüber zu herrschen. Der goldene Reißverschluss zeigt zwei Strömungen, im negativen Sinne die Vernichtung des Planeten durch den sorglosen Umgang der Menschheit mit den Ressourcen. Im positiven Sinne wird der Reißverschluss geöffnet und bewirkt somit ein Aufwachen und Umdenken in den Köpfen der Gastbewohner hier auf Erden. Botschaft: Entzünde Dein inneres Feuer für einen achtsamen Umgang mit Mutter Natur.

Bild zur Ausstellung: Inneres Feuer, Acryl auf Leinwand, 100 x 80 cm

Wassner-Hauser Lydia

Die Fülle der Leere.

Der Raum dazwischen.

Nichts ist nicht Nichts.

Die Leere ist alles.

Sie vibriert vor Möglichkeiten.

Sie enthält das absolute Potential.

Reiner Raum der unbegrenzten Möglichkeiten.

In der Dunkelheit ist alles vorhanden.

Sie muss nur beleuchtet werden.

Bild zur Ausstellung: Ohne Titel, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

Zechmeister Waltraud

CAN YOU GET RID OF ALL THIS PLASTIC!?

Diese als Frage formulierte Aufforderung stellt auf meinem Bild ein Pinguin, der statt auf einem Schneehügel auf einem Berg von Plastikflaschen steht, an den Betrachter. Nicht genug der zugemüllten Antarktis, die den Lebensraum des dargestellten Pinguins drastisch verkleinert, hat er noch dazu mit einem Stück Plastik zu kämpfen, das sich in seinem Schnabel verheddert hat und das er in Ermangelung von Händen nicht mehr loswird. So ist er in doppelter Weise zum Hungertod verurteilt, da einerseits seine Nahrung sich von besagten Plastikbergen verdeckt ist und er – durch das Plastik in seinem Schnabel – am Schlucken von möglicherweise doch noch irgendwo aufzufindender Nahrung gehindert ist.

Der Pinguin als Symbol für den Menschen, der während der letzten Jahrhunderte die Erderwärmung durch seine Lebensweise angeheizt hat und der nun selbst nicht mehr aus diesem Labyrinth herausfindet, das immer mehr zu einem „super wicked problem“ mutiert.

Bild zur Ausstellung: Can you get rid of all this plastic!? 24 x 30 cm, Mischtechnik auf Malbrett

Zdrahal Ernst

"Kriege sind ein Segen nicht nur um der Ideale willen, die sie verfechten, sondern auch um der Läuterung willen, die sie dem Volke bringen, das sie im Namen der höchsten Güter führt. Friedenszeiten sind gefährliche Zeiten. Sie bringen allzuleicht Erschlaffung und Veräußerlichung." (Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit, Quelle: Projekt Gutenberg)

Bild zur Ausstellung: Die letzten Tage der Menschheit, Öl auf Karton, 67 x 78 cm

 

Weitere Ausstellungen aus der Serie Kunst als politisches Statement:

Teil 1: Meinung & Urteil

Teil 2: Wissen & Schaffen

Teil 3: Arbeit & Leistung

 

Doris Kofler 300 Banner